AP 33 / Wie autoritär denkt Salzburg?

14 Dez

Für klare Mehrheit sind „Fremde“ kein Hindernis für gute Entwicklung

ArbeitspapieJBZ AP 33 Lanzr der JBZ zu autoritären Einstellungen bei Salzburger Jugendlichen

Wenn es um Grundwerte geht, stehen in etwa drei von vier jungen Salzburgerinnen und Salzburger gegen Gewalt und das Recht des Stärkeren auf. Auch noch eine Mehrheit meint, dass Fremde unserem Wohlstand nicht im Weg stehen und es keine „muslimische Bedrohung“  in Salzburg gebe. Das sind die wichtigsten Ergebnisse einer neuen Studie, die heute in der Robert-Jungk-Bibliothek für Zukunftsfragen vorgelegt wurde. Der Politikwissenschaftler Att Lanz hatte sie unter dem Titel „Wie autoritär denkt Salzburg?“ für die Reihe der Arbeitspapiere der Robert-Jungk-Bibliothek für Zukunftsfragen erstellt.

34 Prozent der Salzburgerinnen und Salzburger zwischen 14 und 29 Jahren meinen, dass es „mit unserem Land erst wieder bergauf geht, wenn die fremden Elemente draußen sind“. Aber 61 Prozent glauben das nicht. Ähnlich gewichtet ist auch die Meinung, ob „die hohe Anzahl der Muslime eine Bedrohung“ für uns darstellte. 40 Prozent stimmten sehr oder eher zu, 56 Prozent lehnten diese Aussage ab.

Grundlegender Fragen zur Solidarität und zur Gewalt erbrachten hingegen deutlichere Ergebnisse. Bei diesen allgemeinen Fragen zum Umgang miteinander finden Gewalt wund das Recht des Stärkeren wenige Unterstützer. 16 Prozent meinen, das „Starke soll siegen, das Schwache untergehen“, 72 Prozent lehnen dies ab. 15 Prozent meinen „Gewalt ist anzuwenden, wenn andere Mittel nichts bringen“, 82 Prozent lehnen das ab. Nur 9 Prozent glauben nicht, dass „alle Menschen gleichwertig“ seien, 90 Prozent der jungen Salzburgerinnen und Salzburger stimmen zu. Auch dass der Staat die Schwachen schützen solle, lehnen nur 20 Prozent ab, 76 Prozent befürworten dies.

Der historische Rechtsextremismus bezog sich stark darauf, dass Österreich Teil der deutschen Nation sei. Das meinen heute immerhin 22% der Jungen in Salzburg. 71% lehnen diese Idee ab.

Wiederholt werden die Daten mit einer ähnlichen Studie aus dem Jahr 1992 verglichen. Die damalige Jugendstudie des Instituts Dr. Brunmayr wurde damals im Auftrag des Bundesministeriums für Unterricht und Kunst und des Bundesministeriums für Umwelt, Jugend und Familie durchgeführt. Befragt wurden damals 3.038 Schüler und Lehrlinge im gesamten österreichischen Bundesgebiet in einer Stichprobe auf Basis aller Schulklassen ab der 9. Schulstufe. Interessant zu beobachten war, dass es kaum Verschiebungen bei den Ergebnissen gab.

Die Daten zur aktuellen Einstellung in Salzburg liefert eine Befragung des IGF. Im Bundesland Salzburg wurden 400 Personen im Alter von 14 bis 29 Jahren im Rahmen einer repräsentativen telefonischen Mehrthemenumfrage befragt. Für die Umfrage wurde eine geschichtete Zufallsstichproben zu Rate gezogen. Die telefonische Befragung fand von 20.10.2014 bis 31.10.2014 statt. Die Studie kann unter „Ich will…“ bestellt werden.

 

AP 32 / Zur Bedeutung der nationalen Identität in Salzburg

30 Sep

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Die Idee, dass Nationen etwas Urwüchsiges seien, das uns Menschen prägt, hat es heutzutage schwer. Die überwiegende Mehrzahl der Menschen in Salzburg meint, dass die Nationalität nichts oder fast nichts über sie als Menschen aussagt. Und für die Zugehörigkeit zur Nation ist es nur sehr wichtig, die Sprache zu sprechen und die Gesetze zu achten. Das ist das Ergebnis einer Erhebung in Salzburg, die heute, Dienstag, 29. September, in der Robert-Jungk-Bibliothek für Zukunftsfragen (JBZ) präsentiert wurde.

Um als Österreicher zu gelten halten es 75 Prozent für sehr wichtig die deutsche Sprache zu sprechen. 74 Prozent bewerten das Achten der österreichischen Gesetze für sehr wichtig. Österreichische Eltern zu haben oder in Österreich geboren zu sein, ist hingegen nur mehr 26 bzw. 30 Prozent sehr wichtig. Für Fabian Habersack, den Autor der Studie für die JBZ sind diese Ergebnisse bemerkenswert: „Die Salzburgerinnen und Salzburger haben eine offene Idee der Nation: Nationalität ist ihrer Meinung nach kein Los, dass man mit der Geburt zieht, sondern eine Frage der Einstellung zur Gesellschaft.“

Diese nüchterne Einstellung zur Nation wurde auch an anderer Stelle der Untersuchung deutlich. Dort wird klar, dass man in Salzburg wenig von nationalen Stereotypen hält. 74 Prozent der Salzburgerinnen und Salzburger sagen, dass man ausgehend von der eigenen Nationalität „wenig“ oder „nichts“ über sie als Personen weiß. Auch darin spiegelt sich einerseits die Abkehr von Ideen wie „nationalen Volks-Charakteren“ wider und andererseits eine Aufwertung der Individualität und der Unterschiede zwischen den einzelnen Menschen.

Schließlich ging man in der Studie auch der Frage nach, wie man sich jemandem von außerhalb Europas vorstellen würde. 49 Prozent würden sich als Österreicherinnen oder Österreicher vorstellen, 26 Prozent als Salzburgerinnen oder Salzburger und jeweils 10 Prozent als Einwohnerinnen oder Einwohner ihres Heimatorts oder als Europäerinnen oder Europäer.

Die Studie des Politikwissenschaftlers Fabian Habersack basiert auf einer Umfrage in Zusammenarbeit mit dem IGF Salzburg unter 503 Salzburgerinnen und Salzburgern. Die Studie ist als JBZ-Arbeitspapier 32 unter dem Titel „Zur Bedeutung nationaler Identität in Salzburg“ erschienen. Die Studie ist hier zu lesen, der Datensatz ist in der JBZ bestellbar.

AP 31 / Was entscheidet über die Chancen von Kindern?

29 Apr

JBZ AP 31 lehner Von 898 Salzburger Kindern, deren Eltern Pflichtschulabschluss haben, werden nur 165 eine zur Matura führende Schule besuchen. Von 791 Kindern aus Akademikerhaushalten werden es 579 sein. Das bedeutet, dass Kinder aus höheren Bildungsschichten viermal so wahrscheinlich eine maturaführende Schule besuchen werden. Diese Zahlen errechnete im Auftrag der Robert-Jungk-Bibliothek für Zukunftsfragen (JBZ) der Politikwissenschaftler Thomas Lehner. Sie sind im JBZ Arbeitspapier 31 „Welche Faktoren entscheiden über die Chancen von Kindern“ nachzulesen. Das Arbeitspapier beschäftigt sich mit den sozialen Faktoren, die den Bildungsweg von SchülerInnen beeinflussen. Die Bildung der Eltern und ihre berufliche Stellung werden als wichtige soziale Einflussfaktoren ausgemacht. Ein weiterer Faktor, der die Chancen von Kindern beeinflusst, ist der Wohnort. Kinder aus einwohnerstarken Gemeinden wechseln eher an höhere Schulen und kommen daher insgesamt zu höheren Bildungsabschlüssen. Danach wird ein genauerer Blick auf das Bundesland Salzburg geworfen. Es kann gezeigt werden, dass Salzburg in vielen Bereichen des Bildungswesens nahe am österreichischen Durschnitt liegt. Die im Vergleich zu Österreich niedrigeren AHS- und Universitätsraten werden genauer analysiert. Es zeigt sich, dass aufgrund der ländlichen Struktur des Bundeslandes, ein großer Teil der SchülerInnen die Volkschule in kleinen Gemeinden besucht. Das wiederum wirkt sich auf ihre Übertrittsraten in HS/NMS und AHS-Unterstufen aus. Die niedrigen AHS- und Universitätsraten können daher mit der Verteilung der SchülerInnen auf kleine und große Gemeinden erklärt werden. Der Einflussfaktor „Bildung der Eltern“ wird exemplarisch anhand der SchulanfängerInnen dargestellt. Für diese Arbeit verfolgte der Autor den (hypothetischen) Bildungsverlauf der 898 Kinder, deren Eltern einen Pflichtschulabschluss haben und den der 791 Kinder aus Akademiker-Haushalten. Von den 898 Kindern, deren Eltern nur einen Pflichtschulabschluss haben, wechseln 133 an eine AHS-Unterstufe, während 765 sich für eine HS oder NMS entscheiden. Im weiteren Verlauf werden nur 165 der 898 Kinder eine Schule mit Matura in der Sekundarstufe II besuchen, während 355 eine Berufsausbildung an einer BS oder BMS beginnen und 378 an eine Polytechnische Schule wechseln. Bei Kindern aus Akademiker-Haushalten sieht der Bildungsweg meist anders aus. Von den 791 Kindern wechseln 327 an eine AHS-Unterstufe und 460 an eine HS oder NMS. In der Sekundarstufe II besuchen 579 Kinder eine Schule mit Matura. Nur 126 beginnen eine Berufsausbildung und nur 65 wechseln nach der Sekundarstufe I in eine Polytechnische Schule. Warum hohe Bildung – wirtschaftlich gesehen – erstrebenswert ist, wird im letzten Abschnitt gezeigt. Je höher die Bildung desto höher das Einkommen und die Erwerbsquote, während das Risiko arbeitslos zu werden sinkt. „Zusammenfassend lässt sich sagen, dass soziale Einflussfaktoren unfaire Voraussetzungen für die Kinder schaffen. Wenn nicht nur Leistungen über den Erfolg im Bildungswesen entscheiden, dann ist davon auszugehen, dass am Ende nicht die Besten am weitesten kommen, sondern jene, deren Voraussetzungen am günstigsten waren“, so der Autor. Die Studie ist hier im Volltext zu lesen.

AP 30 / Immobilienerbe und Lebensqualität

18 Feb

jbzAP30 resch

Familien in denen gleich viel gearbeitet und verdient wird, müssen oft deutlich verschiedene Lebensstile zur Kenntnis nehmen, je nachdem, ob Wohnraum ererbt wird. In Salzburg ist der Unterschied besonders eklatant. Für Ausgaben, die über das Notwendige hinausgehen, oder zum Sparen, bleiben Erben zwanzig Jahre lang jeden Monat rund 1200 Euro mehr als anderen Familien. Das ist der Kern der Ergebnisse, die der Politikwissenschaftler Christian Resch für die Robert-Jungk-Bibliothek für Zukunftsfragen (JBZ) errechnete. Die Ergebnisse sind nun im Arbeitspapier 31 der JBZ veröffentlicht worden.

Im Ergebnis blieben einer Salzburger Mieterfamilie im Durchschnitt knapp 500 Euro im Monat für das, was Lebensqualität ausmacht und für besondere Investitionen wie zum Beispiel in die zusätzliche Ausbildung der Kinder. Der Erbenfamilie blieben hingegen monatlich fast 1.600 Euro, und die Käuferfamilie musste 20 Jahre lang mit 300 Euro für Lebensqualitätsausgaben auskommen. Die Zahlen wurden errechnet anhand der realen wirtschaftlichen Kennzahlen der Jahre 1994 bis 2013.

Bemerkenswert ist, dass selbst eine Familie mit zwei Vollzeitverdienern beim Erwerb einer Eigentumswohnung fast vollständigen Verzicht auf Lebensqualitätsausgaben in Kauf zu nehmen hatte. Eigentumserwerb für Familien mit niedrigerem Einkommen würden Einschnitte in notwendige Ausgaben hinnehmen müssen.

Salzburg weist bekanntlich auch bei den Einkommen mehr Ungleichheit auf, als die meisten österreichischen Bundesländer. In Salzburg erlebt man, dass sich Ungleichheit außerdem sehr oft nicht am Einkommen festmachen lässt. Die Lebensrealität von Salzburger Familien scheint sich aufgrund des Familienvermögens zu unterscheiden. Eine Wohnung zu besitzen oder erst kaufen müssen, macht einen großen Unterschied. Umso teurer Wohnraum ist, umso deutlicher wirkt sich dieser auf das Leben der Salzburger Familien aus.

Wie dramatisch führen die steigenden Immobilienpreise zu ungleichen Lebensverhältnissen? Im Jänner 2014 wurde diese Frage in der Robert-Jungk-Bibliothek diskutiert. Mit dem jungen Salzburger Politikwissenschaftler Christian Resch wurde ein Forscher gefunden, der für die JBZ Licht ins Dunkel bringen sollte. Resch legte nun mit diesem JBZ-Arbeitspapier seine Berechnungen vor. Dabei wurden alle Faktoren außer der Frage, wie man zu Wohnraum kommt, bei allen Familien ident gesetzt. Auch politische Maßnahmen wurden nicht berücksichtigt, die Zahlen sollen die Grundlage für die Diskussion bieten, welche politischen Maßnahmen angemessen wären.

Diese Unterschiede im tagtäglichen finanziellen Spielraum verstärken natürlich die Ungleichheit über die Generationen, weil Geld für die Investitionen in den Nachwuchs fehlt. Aber nicht nur im tagtäglichen Leben sind die Ungleichheiten greifbar. Nach 20 Jahren hat sich auch die Vermögensungleichheit verstärkt. Die Erbenfamilie wird nach 20 Jahren 425.000 Euro an Vermögen haben, die Mieter 62.000; lediglich die Käufer konnten sich durch Entbehrungen auf 386.000 Euro an Vermögen heranarbeiten.

Die Studie ist in der Folge mit anderen Untersuchungen zur Ungleichheit in Salzburg zu verbinden. Leider ist bekannt, dass Wohneigentum vor allem in Familien vererbt wird, die bereits höhere Einkommen haben. Somit verstärken hohe Immobilienkosten die bereits bestehenden Ungleichheiten weiter.

Christian Reschs Zahlen liefern Stoff für Diskussionen, aber auch eine Grundlage, das Thema des Zugangs zu Wohnraum vermehrt unter dem Gesichtspunkt des sozialen Ausgleichs zu diskutieren.

Die Studie ist hier im Volltext abzurufen, methodische und statistische Details hier. Ein Bericht des Stadtblatts über die Studie ist hier.

AP 29 / Salzburg morgen

21 Jan

Die Studie zu „Salzburg morgen“ aus der Reihe der JBZ Arbeitspapiere wird viel nachgefragt. Ein Kurzfassung der Ergebnisse präsentierte Mitautorin Silvia Traunwieser auch auf dem heurigen Karriereforum. Die Präsentation ist hier anzusehen.

AP 29 / Salzburg morgen: Das Update 2014

15 Sep

JBZ AP 29 CoverSalzburg wird bunter
Wer noch von einem homogenen Salzburg träumt, wird der Zukunft nicht gerecht.

Salzburg wird bunter. Kulturelle und religiöse Vielfalt, verschiedene Familienformen, internationale Wirtschaft, sogar abwechslungsreichere Politik. Wer von einem Salzburg träumt, das sich durch Homogenität auszeichnet, hat die Stoßrichtung der großen Entwicklungspfade noch nicht erfasst.
Das ist die Kernaussage der Salzburger Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler des „Salzburg morgen“-Kreises, der jährlich anhand der aktuellsten Daten versucht, mögliche zukünftige Entwicklungen für die Robert-Jungk-Bibliothek abzuschätzen. Die Kernaussagen:
Das Zusammenleben ändert sich. Sehr verschiedene Familienformen existieren nebeneinander, Einpersonenhaushalte nehmen deutlich zu. Wie in der Familie miteinander umgegangen wird, ändert sich auch. Viele traditionelle Aufgaben der Familie – aber auch des Staates – werden zunehmend kommerziell erledigt.
Kulturell kommt es ohnedies zu deutlichen Verschiebungen. Die Zahl der Einwohner ohne österreichische Staatsbürgerschaft nimmt zu. Auch religiöse Vielfalt wird ein immer offensichtlicherer Bestandteil des Zusammenlebens.
Ökonomisch setzt sich die Verflechtung der Salzburger Wirtschaft immer mehr durch. Von 2001 bis 2013 stieg das Volumen der Exporte um 80 Prozent, die Anzahl der ausländischen Arbeitskräfte stieg von 12 auf 18 Prozent. Und drei von vier Gästen im Tourismus sind keine Österreicherinnen oder Österreicher.
Auch die ökonomischen Unterschiede innerhalb Salzburgs verschärfen sich. Einerseits bedeutet die ungleiche Vermögensverteilung sehr verschiedene Lebensstile. In Salzburg werden diese Unterschiede vor allem durch hohe Wohnkosten verschärft. Andererseits bleiben regionale wirtschaftliche Unterschiede zwischen Stadt und Land bestehen. In der Krise holten die Bezirke Innergebirg zwar auf, der langfristige Trend spricht aber weiter für ein höheres Wachstum im Zentralraum.
Heterogener wird auch die Politik. Die Stimmanteile der Parteien bei Wahlen ändern sich immer gravierender, mehr Parteien bilden sich. Dominante Parteien verlieren an Stärke. Auch die Bereitschaft zum Engagement in traditionellen Parteien ändert sich, immer weniger stellen sich als Funktionäre längerfristig zur Verfügung.

Neben diesen Trends in Richtung Heterogenität stellen wir auch fest, dass es andere wichtige Entwicklungen geben wird, die von hervorzuhebender Bedeutung sein werden. Der Klimawandel wird sich fortsetzen und Anpassungen in vielen Lebensbereichen erfordern, besonders im Wintertourismus.
Auch Gesundheitsdienstleistungen werden verstärkt in unterschiedlichen Varianten angeboten werden: Basisdienstleistungen, die vom Gesundheitssystem finanziert werden, optimierte Behandlungsmethoden bzw. Medikamente hingegen, die privat zu begleichen sind. Ebenso wird auf der individuellen Ebene das Feld der Patienten heterogener: solche, die Eigenverantwortung und Vorsorge in Anspruch nehmen, andere hingegen, die diesen Aspekt ignorieren. Und das durchschnittliche Alter der Bevölkerung wird weiter steigen, daraus folgen Anforderungen u. a. an öffentliche Wohlfahrt, Finanzen, Kultur und Politik.

Das Arbeitspapier ist hier im Volltext abrufbar.

AP 28 / Die Kunst der Partizipation

17 Dez

JBZ AP 28 Kunst der Partizipation

Seit 1987 treffen sich jährlich Menschen, die mit Zukunftswerkstätten arbeiten und Partizipation mitgestalten. Diese Treffen wurden zu einem wesentlichen Lernort mit dem Selbstverständnis, das Anliegen von Robert Jungk „Betroffene zu Beteiligte machen“ weiterentwickeln zu wollen. Zukunftswerkstätten sind von diesem Grundanliegen geprägt und bedienen sich eines methodischen Vorgehens in mittlerweile verschiedensten Ausgestaltungen und in vielen gesellschaftlichen Bereichen. Gemeinsam „Utopien“ und wünschenswerte Zukünfte zu entwickeln, sich eine Stimme zu nehmen und gegenseitig zu geben ist dabei zentrales Anliegen. Zu einem Jahrestreffen – anfangs noch von Robert Jungk selbst mit ins Leben gerufen – wurde 2013 zum 27. Mal eingeladen. Die Treffen werden in hoher Selbstorganisation von engagierten Menschen immer wieder aufs Neue organisiert. Dabei werden sie unterstützt von dem Verein Zukunftswerkstätten e. V. (www.zwverein.de) und der Vernetzung von Zukunftswerkstätten (www.zwnetz.de).

Aus Anlass des 100. Geburtstags von Robert Jungk fand das Jahrestreffen 2013 auf Einladung der Robert-Jungk-Stiftung / Internationale Bibliothek für Zukunftsfragen (JBZ) (www.jungk-bibliothek.at) in Salzburg (Österreich) statt. Vom 2. bis 5. Mai trafen sich im Bildungshaus St. Virgil mehr als 70 Praktikerinnen, Theoretiker und Menschen, die sich der Idee und Haltung von Zukunftswerkstätten verbunden fühlen oder sich dafür nun interessieren. Dieses Jahrestreffen zeichnete sich durch eine Neuerung aus: Alle Teilnehmer und Organisatorinnen bereiteten den Bürgern und Besucherinnen der Stadt Salzburg ein Geschenk: Auf elf Partizipationsbühnen an attraktiven Standorten der Stadt wurde ihnen Gelegenheit geboten, Vorschläge zu gelingender Partizipation zu entwickeln. Erfolg haben konnte dies vor allem durch die tatkräftige Unterstützung vonseiten der Stadtverwaltung. Besonders danken wir Isabel Bojanovsky (Jugendbeauftragte), Anja Hagenauer (Integrationsbüro), Jochen Höfferer (Social Media, Open Government) und dem in der offenen Jugendarbeit engagierten Streusalz-Team.

Dieses JBZ-Arbeitspapier soll die Vielfalt der Zusammenarbeit, der Methoden und Vorgehensweisen offenlegen und reflektieren.

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